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PR Passionsweg
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Lukas 9,10-17 "Zwölf Körbe"
Dieser Text hat uns Pastoren die letzte Woche beim Konvent begleitet. In Anlehnung an die guten Impulse, besonders an Predigtgedanken von Harold Eisenblätter, ist die heutige Predigt entstanden. Ich lese Lukas 9,10-17: 10 Und die Apostel kamen zurück und erzählten Jesus, wie große Dinge sie getan hatten. Und er nahm sie zu sich, und er zog sich mit ihnen allein in die Stadt zurück, die heißt Betsaida. 11 Als die Menge das merkte, zog sie ihm nach. Und er ließ sie zu sich und sprach zu ihnen vom Reich Gottes und machte gesund, die der Heilung bedurften. 12 Aber der Tag fing an, sich zu neigen. Da traten die Zwölf zu ihm und sprachen: Laß das Volk gehen, damit sie hingehen in die Dörfer und Höfe ringsum und Herberge und Essen finden; denn wir sind hier in der Wüste. 13 Er aber sprach zu ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen. Sie sprachen: Wir haben nicht mehr als fünf Brote und zwei Fische, es sei denn, daß wir hingehen sollen und für alle diese Leute Essen kaufen. 14 Denn es waren etwa fünftausend Mann. Er sprach aber zu seinen Jüngern: Laßt sie sich setzen in Gruppen zu je fünfzig. 15 Und sie taten das und ließen alle sich setzen. 16 Da nahm er die fünf Brote und zwei Fische und sah auf zum Himmel und dankte, brach sie und gab sie den Jüngern, damit sie dem Volk austeilten. 17 Und sie aßen und wurden alle satt; und es wurde aufgesammelt, was sie an Brocken übrigließen, zwölf Körbe voll. (Text nach der Lutherbibel; Revidierte Fassung von 1984) Was bedeutet es, wenn Jesus seinen Leuten einen Korb gibt? Was finden wir im Korb? Was tun mit den mit Brotbrocken gefüllten Körben? Diesen drei Fragen gehen wir nach.
1) Was bedeutet es, wenn Jesus seinen Leuten einen Korb gibt? Die Redewendung „einen Korb geben“ wurde und wird noch gebraucht, wenn Frauen sich dem Werben eines Mannes verschlossen. Anscheinend stellten sie einen Korb mit Essbarem vor die Tür oder gaben es ihm direkt mit, damit er sich nicht ganz umsonst auf den Weg gemacht hatte.
Doch es war wohl kaum die Absicht von Jesus, seine Schüler abzulehnen und abzuspeisen, auch wenn im ersten Moment so aussieht: Sie kommen randvoll mit Erfahrungen zurück. Jesus will sich mit ihnen zum Austausch zurückziehen, aber Menge drängt dazwischen. Jesus öffnet sich dem Werben der Menge, der Verlorenen. Seine Schüler müssen zurückstecken. |
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Luk 22,47-53; Was wurde Jesus eigentlich zum Strick? „Warum ist die Kirche voll von Heuchlern?“ – las ich. Mich hat diese Frage betroffen gemacht. Sie setzt nämlich voraus, dass Christen Heuchler sind. Der Stachel sitzt. Ich möchte mich wehren. Doch warum wird so gefragt? Wie viel Misstrauen und Frust können hinter so einer Frage stecken?
Manchmal wird das Misstrauen gegenüber der Kirche und den Pfarrern bewusst geschürt: „Die wollen nur Dein Geld.“ Manchmal sind wir es selbst, die für Ärger und Frust sorgen. Auch die Schüler von Jesus, warfen ihren Schatten auf ihn. Judas drehte Jesus den Strick. Für läppische 30 Silberlinge liefert er Jesus seinen Feinden in die Hände.
Nun sind Du und ich nicht Judas, doch Christen müssen sich der Frage stellen, ob sie Jesus nicht auch immer wieder einen Strick drehen. Um uns dieser Frage zu stellen, möchte ich dem nachgehen: Was ging eigentlich in Judas vor, dass er Jesus verriet?
Warum übergibt Judas Jesus mit einem Kuss? Warum wählt er dieses Zeichen, das für Vertrautheit und Liebe steht? Könnte es sein, dass Judas es vielleicht sogar gut meinte? Könnte es sein, dass er vielleicht mehr von Jesus erwartete, als die anderen: „Jesus, jetzt ist Deine Stunde gekommen. Jetzt bist Du dran. Zeig ihnen, wer Du bist. Zeig ihnen, dass Du Gottes Sohn bist!“
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Lukas 22,63-23,1
Schach dem König? Jesus wird verspottet.
Die Männer aber, die Jesus gefangen hielten, verspotteten ihn und schlugen ihn, verdeckten sein Angesicht und fragten: Weissage, wer ist's, der dich schlug? Und noch mit vielen andern Lästerungen schmähten sie ihn. Und als es Tag wurde, versammelten sich die Ältesten des Volkes, die Hohenpriester und Schriftgelehrten und führten ihn vor ihren Rat und sprachen: Bist du der Christus, so sage es uns! Er sprach aber zu ihnen: Sage ich's euch, so glaubt ihr's nicht; frage ich aber, so antwortet ihr nicht. Aber von nun an wird der Menschensohn sitzen zur Rechten der Kraft Gottes. Da sprachen sie alle: Bist du denn Gottes Sohn? Er sprach zu ihnen: Ihr sagt es, ich bin es.Sie aber sprachen: Was bedürfen wir noch eines Zeugnisses? Wir haben's selbst gehört aus seinem Munde. Und die ganze Versammlung stand auf, und sie führten ihn vor Pilatus (Text der Rev. Lutherbibel, 1984)
Wer ist Jesus? Seit 2000 Jahren wird diese Frage immer wieder gestellt. Warum? Jesus ist kein x-beliebiger Mensch. Schließlich unterteilen wir die Weltgeschichte in das, was vor ihm und in das, was nach ihm geschah. Jesus sagte: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater, außer durch mich.“ Nun kann man ja viel behaupten. Entscheidend ist, was gelebt wird. Grund genug, das Leben von Jesus genauer unter die Lupe zu nehmen: Es ist schon merkwürdig: Die Evangelien liefern kaum Szenen aus seiner Kindheit. Seine öffentliche Wirksamkeit wird sehr gerafft geschildert. Dagegen werden die letzten 24 Stunden seines Lebens fast minutiös beschrieben. Der Bericht wird immer dichter. Hier verdichtet sich das Leben von Jesus. Hier entscheidet sich, was an seinem Anspruch dran ist. Vom Ende her erschließt sich, wer Jesus ist.
Wer ist Jesus? Ist er ein Revolutionär? Will er eine andere Religion stiften? Ist er ein Philosoph oder einfach ein großer Menschenfreund? Mit anderen Worten: Ist er einer von vielen, oder ist er der eine, der unser Schicksal ist? Ist er der eine, an dem sich Dein und mein Leben entscheidet? Ist er der eine, in dem Gott Dir und mir sein Gesicht zeigt? Was ist, wenn er es ist? |
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Luk 23,13-25 Die Abwrackprämie
Die „Abwrackprämie“ ist auf dem besten Weg, zum Wort des Jahres zu werden. Als Kaufanreiz für neue Autos geplant, hat die Wirtschaft die Idee als Marketingstrategie entdeckt für Räder, Möbel, Geschirr, Matratzen, Bademoden/ Unterwäsche, Brillen. Fast überall lockt die Abwrackprämie Käufer an. Kritiker mahnen: Jede Menge Autos, die nicht schrottreif sind, füllen nun die Schrottplätze. Wie dem auch sei, die Abwrackeuphorie ist interessant: Weg mit dem Alten, um ein Schnäppchen zu machen. Ein altes Fahrrad im Keller, Omas Brille… lässt uns beim Kauf von den Neuen Dingen sparen, die man sonst nicht gekauft hätte.
Wenn es um persönliche Werte und den Glauben an Gott geht, wird zwar nicht von einer Abwrackprämie gesprochen, aber die Abwrackeuphorie ist zu spüren. Der christliche Glaube hat in den Augen vieler Menschen ausgedient. Sie werfen ihn fast unbesehen über Bord, um „neue Ideen“ auf dem religiösen Markt der Möglichkeiten zu erwerben. |
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Markus 15,33-34
Was geht´s mich an?
Um zwölf Uhr mittags wurde es im ganzen Land dunkel. Gegen drei Uhr schrie Jesus: „Eloi, eloi, lema sabachtani?“ – das heißt: „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen? Was geht´s mich an?, fragen wir uns manchmal wenn wir Zeuge einer Auseinandersetzung werden und meinen: „Bloß nicht einmischen!“ Was geht´s mich an? Schalten wir unbewusst um, nachdem die neuesten Schreckensbilder aus Italien gezeigt werden? Wie schnell geht man nach den Nachrichten zur Tagesordnung über.
Was geht´s mich an? Wenn die Sprache auf die Kreuzigung von Jesus Christus kommt winken Menschen ab. Die ist immerhin schon fast 2000 Jahre her. Doch sie geht Dich und mich an. Was damals auf der Müllkippe auf Golgatha geschah hat direkt mit Deinem und meinem Leben zu tun. Wie ist das möglich? Wird der Anspruch von Jesus unser Herr und Richter zu sein, nicht durch seinen Kreuzestod widerlegt? Ist sein Schrei: „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen“, etwa kein Widerruf? Ist dieser Schrei nicht das Eingeständnis gescheitert zu sein, am Ende vor dem Nichts zu stehen, vor der Gottverlassenheit?
Wer so urteilt, sagt vielleicht: „Armer Kerl! Mund zu voll genommen. Dumm gelaufen, aber was geht´s mich an!“ Schon die Gegner von Jesus werteten den Schrei „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“ als Bankrott- erklärung. Jetzt bleibt ihm nur noch die Verzweiflung. Darum verhöhnten sie ihn und verdrehten seine Worte: „Er ruft Elia- mal sehen, ob er ihm hilft?“ Elia wurde in dieser Zeit im Judentum als Vorläufer des Messias gesehen und Nothelfer in Gefahr.“
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Johannes 19,17 Gründonnerstag: …und er trug sein Kreuz
Die Soldaten übernahmen Jesus. Er musste sein Kreuz selber aus der Stadt hinaustragen. Mit einem Satz ist alles gesagt: Jesus trägt sein Kreuz. Doch was steckt eigentlich in dieser Aussage? Der Maler Matthias Grünewald ist dem in seinem Bild „Kreuztragung Christi“ aus dem Tauberbischofsheimer Altar nachgegangen. Auf dem Fries über der Szene ist Jesaja 53,5 zitiert: Er ist umb unser Sund willen geschlagen. In heutigem Deutsch: Er wurde um unserer Sünde willen geschlagen. Um unserer Sünde willen – das macht deutlich: Was damals geschah betrifft auch uns. Dieses Geschehen ist wie ein Spiegel. Um 1525 herum ist hat der Künstler das Bild geschaffen. Die Reformation hatte ihren Höhepunkt erreicht. Bauernaufstände erfassten das ganze Land. Fast überall tobte der Krieg, wurde Gewalt geübt und erlitten. Die Menschenverachtung seiner Zeit hat Grünewald im gewaltsamen Ende von Jesus dargestellt. Weshalb? Grünewald hatte erkannt: Wer seinen Mitmenschen verachtet, der verachtet auch seinen Schöpfer. Wer einem anderen das Lebensrecht abspricht, spricht damit Gott das Recht ab, über Leben und Tod zu verfügen.
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Philipper 2, 5-11 Karfreitag: Was Liebe vermag. Liebe Täuflinge, liebe Gäste und Gemeinde,
mit Karfreitag mutet Gott uns zu, das schier Unglaubliche zu glauben: Jesus starb am Kreuz, um unsere Schuld zu durchkreuzen. An Ostern beglaubigt Gott selbst das schier Unglaubliche, um uns Mut zu machen: Er hat Jesus vom Tod auferweckt. Jesus lebt, um uns zu neuem Leben zu erwecken. Paulus stellt uns vor Augen, was Gottes Liebe vermag. An seiner Liebe hat sich, liebe Täuflinge, Eure Liebe zu ihm und zum Mitmenschen entzündet.
Ich staune schon manchmal, was Verliebtheit bewirkt. Frauen, die bisher sagten: Sport ist Mord, Breitensport ist Massenmord, fahren plötzlich Rad, joggen und kennen die Ergebnisse der Fußball – Bundesliga. Männer, denen Kultur schnuppe war, kaufen sich einen Anzug und gehen plötzlich ins Theater und in die Oper. Weshalb? Nur um mit ihr, bzw. ihm zusammen zu sein und sie, bzw. ihn für sich zu gewinnen. Ist das Unternehmen geglückt, fällt sie bzw. er meist wieder ins alte Fahrwasser zurück und man erkennt: Du bist ja ganz anders als ich dachte.
Bleibende Veränderung bewirkt Gottes Liebe, weil sie uns annimmt, wie wir sind, aber nicht bleiben lässt, wie wir sind. Jesus nimmt Dich mit Deiner Geschichte, mit Deinen Verwundungen und Macken an. Sein Leben und Sterben erschließt uns aber auch, was Gottes Liebe auch in unserem Leben vermag. Sie vermag unser Leben zu verändern. Darum malt uns Paulus Jesus vor Augen. Was vermag seine Liebe? |
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