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Römer 12, 3-8 Gott befähigt! Wozu eigentlich?
3 Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedem unter euch, dass niemand mehr von sich halte, als sich's gebührt zu halten, sondern dass er maßvoll von sich halte, ein jeder, wie Gott das Maß des Glaubens ausgeteilt hat. 4 Denn wie wir an einem Leib viele Glieder haben, aber nicht alle Glieder dieselbe Aufgabe haben, 5 so sind wir viele ein Leib in Christus, aber untereinander ist einer des andern Glied, 6 und haben verschiedene Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Ist jemand prophetische Rede gegeben, so übe er sie dem Glauben gemäß. 7 Ist jemand ein Amt gegeben, so diene er. Ist jemand Lehre gegeben, so lehre er. 8 Ist jemand Ermahnung gegeben, so ermahne er. Gibt jemand, so gebe er mit lauterem Sinn. Steht jemand der Gemeinde vor, so sei er sorgfältig. Übt jemand Barmherzigkeit, so tue er's gern. Bei vielen Festen wird gut und viel gegessen und getrunken. So auch in Lönneberga, in Schweden, dem kleinen Ort, in dem der kleine Michel, die Romanfigur Astrid Lindgrens lebt. Michels Vater hat das ganze Dorf eingeladen und alle sind gekommen. Auch der Pastor uns seine Frau fehlen nicht. Es wird ihnen aber sichtlich unwohl, als die Gesellschaft ein Spiel beginnt, bei einem Spiel Pärchen ergeben, die sich küssen müssen. Wer nicht küssen oder geküsst werden will, muss zahlen. Der kleine Michel trifft auf die Frau Pastor. Michel spürt ihre Verlegenheit und Unsicherheit. Während sie ihm sagt, dass er sie nicht küssen müsse, wenn er nicht wolle, sitzt der Kleine auch schon auf ihren Schoß. Und eh sie sich versehen kann drückt er ihr nicht nur einen, sondern zwei, drei, vier, ganz viele Küsse auf die ihre Wangen. Als alle verdutzt sind, meint Michel: „Nur nicht knausern.“
Nur nicht knausern. Dieser Satz hat sich bei mir eingeprägt. Er passt auch zu Gott, denn Gott knausert nicht. Er geht so verschwenderisch mit seiner Liebe um, dass er keine Unterschiede macht. Seine Liebe gilt Dir, Dir, auch Dir, ja einem jeden. Nur nicht knausern,- jedem, der ihn an sich ran lässt, schenkt er seine Liebe, Vergebung, ja ewiges Leben. Nur nicht knausern- Gott gibt zu den Begabungen, die er uns geschenkt hat, noch weitere Gaben dazu, geistliche Gaben. Wozu? Damit wir zum verlängerten Arm seiner Liebe werden. Gott möchte, dass wir seine Liebe weitergeben. Das ist nicht das, was der natürliche Mensch will. In unserer Gesellschaft wird die Lebensqualität an dem gemessen, was man hat. Doch die geistlichen Gaben, die Gott uns schenkt sind nicht dazu da, sie selbst zu genießen. Diese Gaben sind so etwas wie verlängerte Unterarme. Sie werden zum Frust führen, solange wir auf uns bezogen bleiben, weil wir unser Ziel (Mund) nur schwer erreichen. Weshalb? Weil wir nicht Endverbraucher seiner Liebe sein sollen. Gottes Gaben sind Wegweiser zu den Aufgaben, bei denen Gott uns dabei haben möchte. Gottes Liebe soll auch bei den anderen ankommen. Aber gerade indem wir seine Liebe weitergeben, teilen, von uns weg auf das Wohl des anderen sehen, entdecken wir das Leben, das Gott für uns bereit hält. Gott hat es gefallen, dass nicht einer alle Gaben hat, sondern jeder hat etwas. So ergänzen wir einander. (Bild vom Puzzle, aus Jasons Predigt, lässt grüßen). Entscheidend ist, dass wir das, was wir geschenkt bekommen haben für andere Menschen einsetzen. Paulus sagt: Ist jemand prophetische Rede gegeben, so übe er sie dem Glauben gemäß. Wer ein Gespür dafür hat, was Gott in die Situation hineinsprechen würde, der übe, das einzubringen. Wer die Gabe der Diakonie hat, der diene, wer Gottes Wesen und Willen verständlich machen kann, der lehre. Wer ermutigen, ermahnen, aufrichten kann, der übe Seelsorge. Wer Gottes Impulse in einer Gruppe bündeln kann, der leite. Wer andere mit Gottes Augen sieht, der drücke da aus. Diese Gaben, ja alle Gaben sind dazu da – Liebe zu üben. Fehler machen ist erlaubt. Erst Übung macht den Meister. Wie gesagt: Nicht einer hat alles, aber jeder hat etwas. Das gilt auch für Gemeinden.Das, was wir von Gott geschenkt bekommen haben, haben wir nicht für uns selbst, sondern für andere bekommen. Die Menschen, mit denen wir es immer wieder zu tun haben, die Arbeitskollegen, die Buchhändlerin, der Paketbote, die Verkäuferin, die Arzthelferin, der Gartennachbar, die Mitschüler…, sollen es merken dass Gott an ihre Fersen geheftet hat, damit seine Liebe bei ihnen ankommt. Jesus sagt: Wie mich mein Vater gesandt hat, so sende ich euch. Darum mit der Liebe nicht knausern. |