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10 Predigt zur Gemeindeadventsfeier 2009 |
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Gemeindeadventfeier Jesaja 1,2-3
Ob Ochse und Esel an der Krippe dabei waren ist letztlich nicht entscheidend. Entscheidend ist, dass wir die kurze aber knackige Predigt verstehen, die Gott uns durch sie hält. Sie ist beim Prophet Jesaja zu finden und dafür verantwortlich, dass Ochs und Esel auf fast allen Weihnachtsbildern zu sehen sind:
Jesaja 1,2-3: Höret, ihr Himmel, und Erde, nimm zu Ohren, denn der HERR redet! Ich habe Kinder großgezogen und hochgebracht, und sie sind von mir abgefallen! Ein Ochse kennt seinen Herrn und ein Esel die Krippe seines Herrn; aber Israel kennt's nicht, und mein Volk versteht's nicht.
Was hören wir in diesen Tagen? In den Geschäften werden die Weihnachtslieder gespielt, um ein Stück Atmosphäre zu schaffen, in der man gerne fürs Fest einkauft. Doch diese Hintergrundbeschallung führt dazu, dass man nicht mehr hinhört, was in einigen Liedern zur Sprache gebracht wird, nämlich was Gott für uns getan hat. Aber darum geht es doch an Weihnachten. Das ist das eigentliche Geschenk. Wie oft wird es übersehen! Gottes Reden geht unter.
Wenn die Maler Ochs und Esel an die Krippe stellen, dann nicht als schmückendes Beiwerk, sondern, weil sie unseren Blick neu auf Gott ausrichten wollen und fragen: Wir kennen unseren Herrn, aber weißt Du, wo Dein Lebenshunger gestillt wird? Ochs und Esel an der Krippe sind, modern gesprochen, Wegweiser. Sie zeigen uns: Hier lässt Gott sich finden. Ihr müsst nur den Weg zur Krippe nach Bethlehem gehen, um ihm zu begegnen.
Das große Wunder der Liebe Gottes hat ganz klein und unscheinbar begonnen. Gott beugt sich so tief in unser Leben hinein, dass er in seinem Sohn zur Welt kommt. Es fordert uns wie ein Neugeborenes heraus, unser Herz für ihn zu öffnen und ihn in unser Leben hineinzunehmen. Ochs und Esel an der Krippe sagen uns damit auch: Achtet die kleinen Anfänge nicht gering. Gebt Gottes Liebe Zeit in Euch zu wachsen, zu reifen und Frucht zu bringen.
Wie kann das geschehen? Ochs und Esel tun ohne nachzudenken und zu überlegen instinktiv das Richtige. Wir Menschen haben es in dieser Hinsicht schwerer, weil uns der Instinkt abhanden gekommen ist. Tiere wissen was sie fressen und trinken müssen, wo ihr Auslauf und ihr Schlafplatz sind. Sie haben einen vertrauten Umgang mit ihrem Herrn, wissen zu wem sie gehören und gehorchen ihm. Das alles ist in ein Tier hineingelegt und es lebt danach.
Wir sind dagegen mit Verstand begabt und müssen alles lernen. Aber durch diesen Verstand sind wir auch über das Tier erhoben, müssen uns aber bewusst bleiben, dass wir nicht instinktiv das Richtige tun. Darum brauchen wir Zeit zum Innehalten und nachdenken. Wo ist Jesus jetzt am Wirken? Bin ich in Kontakt mit ihm, um mich in sein Handeln hineinnehmen zu lassen und ihm zu folgen?
Ochs und Esel rufen uns auf, uns auf das Wesentliche der Advents- & Weihnachtszeit zu besinnen. Wenn wir Weihnachten ohne den, der als Kind in die Krippe gelegt wurde feiern, ohne den, der sich als Erwachsener aus Liebe zu uns aufs Kreuz legen ließ, verpassen wir Gott. Gott klagt im Gegensatz zu uns Menschen nicht aus Selbstmitleid, sondern weil um uns leid tut. Wenn er uns Ochs und Esel vor Augen stellt, dann nicht um zu sagen, ihr seid dümmer als das Vieh, sondern weil er nicht will, dass wir ihn und damit das Leben verpassen.
Es soll nicht passieren, dass wir einerseits Loblieder singen, dafür eintreten, dass Bibel Gottes Wort ist, andererseits unser Leben eine andere Sprache spricht. Gerade jetzt, wenn der Konsum so angefacht wird, gilt es zu entdecken, dass Gott unseren Lebenshunger stillt. Ochs und Esel an der Krippe laden ein, Jesus zu vertrauen, dass sein Gottes für uns schlägt, und er wartet, dass wir uns für ihn öffnen.
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