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09 Predigt vom 06.12.2009 |
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Wissen, was die Stunde geschlagen hat Römer 13,8-14; Gastpredigt Brüdergemeinde Ottendorf Okrilla
8 Seid niemand etwas schuldig, außer, dass ihr euch untereinander liebt; denn wer den andern liebt, der hat das Gesetz erfüllt. 9 Denn was da gesagt ist: »Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht begehren«, und was da sonst an Geboten ist, das wird in diesem Wort zusammengefasst: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.« 10 Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. 11 Und das tut, weil ihr die Zeit erkennt, nämlich dass die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf, denn unser Heil ist jetzt näher als zu der Zeit, da wir gläubig wurden.12 Die Nacht ist vorgerückt, der Tag aber nahe herbeigekommen. So laßt uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts. 13 Lasst uns ehrbar leben wie am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Unzucht und Ausschweifung, nicht in Hader und Eifersucht;14 sondern zieht an den Herrn Jesus Christus und sorgt für den Leib nicht so, daß ihr den Begierden verfallt.
Liebe Gemeinde, Wissen wir was die Stunde geschlagen hat? Die politische Lage in unserem Land ist ernst. Das ganze Ausmaß der Wirtschaftskrise ist noch nicht abzusehen. Die erneute Rekordverschuldung, die einige Generationen binden wird, konstant hohe Arbeitslosenzahlen, immer neue Löcher in der Renten- und Krankenversicherung, der Steuerstreit, all das sorgt für Verunsicherung und sozialen Sprengstoff. Die Nachrichten aus aller Welt sind auch nicht beruhigender. „Der Friede” in Afghanistan und im Irak fordern fast täglich neue Tote. Israel kommt nicht zur Ruhe und der Terror kann überall beginnen. Selbst die Natur ist aus dem Lot: Erdbeben, Waldbrände und Überflutungen füllen nur für kurze Zeit die Schlagzeilen, weil dann schon die nächsten Meldungen von Orkanen, und dem Schmelzen des Arktischen Eises die Zeitungen füllen. Da kann sich schon ein endzeitliches Lebensgefühl einstellen.
Man fragt sich: Ist es fünf vor zwölf auf der Weltenuhr, oder etwa schon fünf nach zwölf? Sind wir noch zu retten oder bleibt uns nichts als Resignation? In diese Endzeitstimmung hinein sagt Gottes Wort: Eure Uhren ticken falsch! Es ist nicht 5 vor oder nach 12, es ist fünf vor 6, Zeit zum aufstehen, denn: Die Nacht ist vorgerückt und der Tag nahe herbeigekommen! Laßt euch bei allen Problemen nicht den Blick für die Wirklichkeit Gottes verstellen! Endzeit ist Adventszeit. Darum wird es nicht dunkel bleiben über denen, die in Angst sind.
Gott hat sich doch schon eingemischt. In Jesus ist er Mensch geworden und hat ein Zeichen bleibender Hoffnung gesetzt. Er hat sich auf den Zuspruch der Vergebung am Kreuz von Golgatha festnageln lassen. Er den Tod überwunden und uns zugesagt, er kommt wieder: Gott in seiner Liebe und Gerechtigkeit behält das letzte Wort. Wer sich ihm anvertraut, dem geht die Sonne auf: Christus kommt in sein Leben. Unsere Gegenwart darf Gottes Gegenwart erleben. Darum bleibt unsere Zeit mit all ihren Schrecken und Schwierigkeiten Zeit der Gnade. Wir sollen ergreifen, was Gott uns schenkt.
Paulus beschreibt das mit dem Bild der Morgentoilette: 1) Steht auf! 2) Legt ab! 3) Zieht Euch an!
1) Steht auf! Kann es sein, daß wir als Gemeinde Gottes Einladungen, Möglichkeiten und Gegenwart verschlafen? Paulus gebraucht im Griechischen das Wort hypnos für Schlaf. Unser Wort Hypnose ist davon abgeleitet. Von was lassen wir uns hypnotisieren? Vom selbstgemachten Weihnachtsstress? Erst hetzt man von einem Kaufhaus zum anderen und später von einer Besinnung zur nächsten. Vielleicht hypnotisiert uns auch der Wunsch nach Arbeit oder der Wunsch nach einem Partner? ...gibt viele Möglichkeiten, die uns wie das Kaninchen vor der Schlange erstarren lassen. Erstarrung tödlich. Kaninchen hat nur Chance zu entkommen, wenn sein Blick auf etwas anderes gelenkt wird. Das tut Paulus, wenn er sagt: „Werdet wach, steht auf: Heil ist euch näher als zu der Zeit als ihr gläubig wurdet. Es ist Zeit uns den Schlaf aus den Augen zu wischen und zu entdecken, wo Gott uns in sein Handeln hineinnehmen möchte. Also raus aus dem Bett, in der Erwartung das Jesus in diesen Tag, in unsern Alltag hineinkommt, und uns begegnen will.
2) Legt ab! Keiner von uns würde im Schlafanzug oder im Nachthemd auf die Straße oder zur Arbeit gehen. Der Tag hat seine eigenen Gesetze, bis zur Kleidung hin. Darum: Paulus sagt: So lasset uns ablegen die Werke der Finsternis. Laßt uns ehrbar wandeln wie am Tag, nicht in Schmausereien und Trinkgelagen, nicht in Unzucht und Ausschweifungen, nicht in Streit und Eifersucht.
Wenn der Morgen kommt, hat das Nachtleben ein Ende. Das Licht vertreibt die Dunkelheit. Paulus greift drei Beispiele des Nachtlebens heraus, die im Licht von Jesus für uns überholt sind: a) Fressen und Saufen!- Er spricht ganz schön drastisch, um uns die Frage ins Gedächtnis zu rufen: Wie stillst du deinen Lebenshunger und Lebensdurst? Durch Konsum? Ich konsumiere, also bin ich. Durch Erlebnisrausch? - Das Licht der Liebe Gottes deckt auf: Das macht nicht satt! Es verbraucht sich und uns! Wir sind zu Jesus eingeladen, der von sich sagt: Ich bin das Brot des Lebens. Er vermag unseren Lebenshunger zu stillen. b) Freie Liebe, Sex ohne Grenzen. Achtest du auf dein geschlechtliches Leben? Gott ist nicht sexfeindlich. Gott liebt Sex, sonst hätte er ihn nicht erfunden. Aber freie Liebe macht nicht frei. Sex gehört als gute Gabe und Aufgabe in den Schutzraum der Ehe. Gottes Gebote wollen zu einer erfüllten Sexualität verhelfen. Sich der Macht der Bilder bewusst machen. Versuchung ist groß, eigene Sehnsucht, unerfüllte Wünsche per Knopfdruck im Internet zu stillen. Doch das führt nur zu Scham und innerer Leere. Das Licht der Liebe Gottes bringt behutsam die Ursachen ans Licht und lädt zu Neuorientierung und Heilung ein.
c) Streit und Eifersucht- vergiften die Beziehungen. Vergiftete Beziehungen gibt es auch unter Christen. Ob im Beruf oder in der Gemeinde kommt es oft zu Enttäuschungen, weil wir einander überfordern. Jeder erwartet vom anderen, dass er besonders zuvorkommend ist, Verständnis aufbringt...- und ist frustriert, wenn es nicht so ist. Wie schnell ist dann ein Urteil gesprochen, Negatives gesagt, das die Runde macht. Als Christen leben wir von der Vergebung. Damit es aber auch zur Versöhnung kommt, benötigen wir klärende Gespräche. Das Licht der Liebe Gottes schenkt die Einsicht in die eigenen Anteile und schafft Verständnis füreiander.
Die Dunkelheit um uns und in uns weicht nicht durch gute Vorsätze. Sie weicht nur, wenn das Licht hereinfällt. Darum die dritte Aufforderung:
3) Zieht Christus an! Laßt uns ehrbar wandeln wie am Tage und ziehet an den Herrn Jesus Christus! Das Loslassen ist mit dem Ausziehen vergleichbar. Doch wir sollen nicht nackt, und wehrlos dastehen: Zieht Christus an! Nehmt seine Gemeinschaft in Anspruch! Seine hautnahe Gemeinschaft, ist das was wir an jedem Tag brauchen. Sprechen wir unseren Tag mit Jesus durch. Was liegt an? Was brauche ich für heute? Sprechen wir mit ihm über unsere Kinder, den Partner, die Arbeitskollegen, die Situationen die anstehen... und bitten wir ihn um seine Führung.
Die maßgeschneiderten Kleider für den Tag mit seinen Herausforderungen liegen längst bereit. Ein Blick in den Kleiderschrank! Ich greife einmal einige Kleider heraus: Da ist z.B. das Kleid der Vergebung- Der Zuspruch von Jesus: Dir sind Deine Sünden vergeben. Da ist das Hemd der Gerechtigkeit:- Du hast Zutritt zu Gott. Kleid der Gewißheit- nichts kann uns scheiden von der Liebe Gottes, Mantel der Geborgenheit - Gewißheit er hat überwunden, was uns Angst macht, Kleid der Hoffnung, es bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe- Jesus macht alles neu...
Das sind Beispiele aus der noch viel umfasseneren Kollektion des ewigen Lebens, die Jesus Dir und mir schenkt. Greif zu.
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