06 Predigt vom 13.09.2009 PDF Drucken E-Mail

Was macht den Unterschied?


Was veranlasst Christen Sportvereine zu gründen? Gibt es denn nicht schon genug? Auch bei christlichen Schulen, unserem Nachhilfeangebot und der Gymnastikgruppe kann man so fragen. Es gab diese Angebote doch schon.  Wozu dann der Aufwand? Oder anders gefragt: Was macht den Unterschied?


Den ersten Unterschied sehe ich darin, dass nicht bloß Sport getrieben und Schüler unterrichtet werden, sondern  Jesus dazu eingeladen wird. So wie damals bei der Hochzeit in Kana. Ich lese aus Joh. 2,1-11:
Und am dritten Tage war eine Hochzeit in Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war da. 2 Jesus aber und seine Jünger waren auch zur Hochzeit geladen.
 3 Und als der Wein ausging, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. 4 Jesus spricht zu ihr: Was geht's dich an, Frau, was ich tue? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.
5 Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut. 6 Es standen aber dort sechs steinerne Wasserkrüge für die Reinigung nach jüdischer Sitte, und in jeden gingen zwei oder drei Maße*. 7 Jesus spricht zu ihnen: Füllt die Wasserkrüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis obenan. 8 Und er spricht zu ihnen: Schöpft nun und bringt's dem Speisemeister! Und sie brachten's ihm. 9 Als aber der Speisemeister den Wein kostete, der Wasser gewesen war, und nicht wusste, woher er kam - die Diener aber wussten's, die das Wasser geschöpft hatten -, ruft der Speisemeister den Bräutigam 10 und spricht zu ihm: Jedermann gibt zuerst den guten Wein und, wenn sie betrunken werden, den geringeren; du aber hast den guten Wein bis jetzt zurückbehalten. 11 Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat, geschehen in Kana in Galiläa, und er offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn. (Luther 84)


Jesus wird aufs Fest eingeladen und er kommt. Wenn Jesus eingeladen wird, kommt er, damals wie heute.

Oft wird nach Jesus in Notsituationen gerufen. Schüler beten plötzlich vor Tests, Erwachsene in Krankheit.
Viele haben dabei erlebt, Gott gibt Halt, aber sie haben diese Erfahrung nicht festgehalten.
Was spricht denn dagegen, Jesus auch zu unseren Festen, zum Sport einzuladen, unser ganzes Leben für ihn zu öffnen?
Warum sich darauf beschränken, ihn nur zur Not zu rufen, anstatt auch die Freude am Sport, der Kunst, der Musik, ja am Leben insgesamt, mit ihm zu teilen?
Du kannst Jesus einladen, sich mit Dir zu freuen, in Deinem Leben dabei zu sein. Auch wenn Jesus kommt, bleibt die Hochzeit ein Familienfest, Schule - Schule, Volleyball Sport, der Alltag Schultag bzw. Arbeitstag, aber: Er ist dabei. Jesus ist da!
Aber was macht das denn für einen Unterschied?
Woran wird denn spürbar, dass Jesus da ist? Er reißt ja nicht das Programm an sich. Vor meinem inneren Auge sehe ich wie einzelne Menschen bei der Hochzeitsfeier auf ihn zugehen und mit ihm ins Gespräch kommen. Auch er geht auf einzelne zu und spricht sie an.  
Wir lesen nirgends, dass das Programm geändert und die Hochzeit zur Evangelisationsveranstaltung umfunktioniert wurde. Es  wurde gefeiert und zwar so deftig, dass der Wein knapp wurde. Vielleicht hatte das Brautpaar zu knapp kalkuliert? Vielleicht kamen aber auch mehr Gäste und sie haben über den Durst getrunken? Wie dem auch sei: Der Wein ging zur Neige.  Unbehagen beschlich die Helfer. Sie merkten zuerst, was eigentlich los war. Das Feste drohte zu platzen.  

Mit einem Schlag, kann alles anders sein, auch in unserem Leben. Die Welle des Erfolgs, auf der man reitet, reißt ab. In sonst guten Beziehungen kommt Sand ins Getriebe. Plötzlich geht nichts mehr. Bisher kerngesund durchkreuzt eine Diagnose die gesamte Lebensplanung.  
Das sind die Situationen, die den Unterschied zeigen, nämlich dass Jesus da ist, im Verein, der Gemeinde, in unserem Leben.

Der Unterschied zeigt sich nicht automatisch. Jesus muss schon einbezogen werden. Maria sprach ihn an und teilte Jesus mit was los war: „Sie haben keinen Wein mehr.“
Das ist alles was sie sagt, aber damit ist alles gesagt.

Mir geht es im Alltag ähnlich. Ich bin konzentriert bei einer Sache, denke nicht an Gott. Dann passiert etwas und ich schicke ein kurzes Stoßgebet zu Jesus. Die Verbindung steht. Er ist da.
Maria ließ die brenzlige Lage der Brautleute nicht kalt. Sie wiegelte nicht ab: Was geht’s mich an! Ich bin doch nur Gast, nur Hilfe. Nein, wer im Alltag mit Jesus lebt, der teilt Freude und Leid mit ihm.
Was bringt das?- könnte man einwenden. Was kann Jesus schon tun, wenn der Wein fehlt? Was müssten an Mengen rangeschafft werden, abgesehen von den finanziellen Mitteln, über die Jesus nicht verfügte.  Und wie  soll das gehen, ohne das Brautpaar bloß zu stellen?

Vorbehalte gibt es immer wieder, die uns hindern Jesus einzubeziehen. Nur um sich etwas von der Seele zu reden, willst Du vielleicht auch nicht beten?  Bleibt etwa nur, sich in das Unvermeidliche fügen, zuzusehen, wie alles den Bach runter geht?
Was für einen Unterschied machte es denn, dass Maria Jesus die Not mitteilte? Jesus unterschied ja ganz deutlich:
Was geht Dich an, was ich tue? – m.a.W.: Ich bleibe ich. Du kannst nicht über mich verfügen, selbst wenn Ich und Du zusammengehören.

Jesus gibt sich also nicht als Joker her, den wir ziehen können, damit er die Pannen in unserem Leben ausbügelt.
Er leitet uns stattdessen an, zu fragen, was von Gott her dran ist.  Könnte es mehr, oder etwas anderes sein, als wir erwarten?
Jede Krisen bietet eine Chance, zu lernen, dass Jesus nicht der Joker ist, damit wir unser Ding machen, sondern zu erfassen: Jesus ist nicht bloß Gast, sondern der eigentliche Gastgeber. Er ist der Herr. Das macht den Unterschied!

Maria beherzigte das. Darum wandte sie sich an die Diener:  „Was er Euch sagt, das tut!“
– Tun, was er uns sagt- Das macht den Unterschied.
Unser Leben besteht aus Höhen und Tiefen, Freude und Leid, festem Rhythmen und Krisen, usw. –
Das ist bei jedem von uns mehr oder weniger so, doch den Unterschied macht es, wenn wir bereit sind, zu hören und tun, was Jesus uns sagt.

Maria vertraute, dass ihre Worte bei Jesus angekommen sind. Sie erwartete, dass er auf die Not eingehen würde.
Rechnen Du und ich damit, dass Jesus unser Gebet hört und darauf in seiner Weise eingeht?

Wie gut, dass die Diener sich von ihm etwas sagen ließen, weil Maria sie darauf vorbereitete. Jesus brachte sie ja zum Schwitzen, denn die Wasserkrüge hatten zwischen 70 und 120 l Fassungsvermögen. Sie hätten ja auch abwehren können:  Wozu das Ganze? Die Gäste haben ihre Füße doch schon gewaschen. Die Krüge haben ihren Dienst getan.

Und als Jesus sie aufforderte, von dem Wasser zu schöpfen und dem Speisemeister zu bringen, hätten sie abwinken können: Was der wohl sagt, wenn man ihm Wasser reicht. Aber die Diener taten, was Jesus sagte. Das war der springende Punkt. So wurden sie in das Wunder hineingenommen. Durch ihren Gehorsam wurde die wunderbare Hilfe von Jesus erkennbar und anwendbar.  

Eine riesige Menge an Wein, bester Qualität schenkte Jesus der Hochzeitsgesellschaft. Er wird wohl kaum ausgetrunken worden sein. Doch jetzt ging es nicht mehr um den Wein, sondern um das Vertrauen zu Jesus.

Viele haben diesen Unterschied nicht bemerkt. Sie waren vielleicht eigenartig berührt, durch grandiosen Wein, der erst jetzt ausgeschenkt wurde. Die Schüler von Jesus aber glaubten an ihn. Das ist der Punkt: Ob Gemeinde, Verein oder unser Leben als Christ, es kann der Rahmen sein, in dem unser Vertrauen zu Christus wächst. Laden wir ihn nicht bloß als Gast ein, sondern lassen ihn Gastgeber, Herr sein. Das macht den Unterschied.



 
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