03 Neuer Himmel, Neue Erde PDF Drucken E-Mail
Ewigkeitssonntag 21.11.2010
Offb. 21,1-8;

Neuer Himmel, neue Erde


Welche Erwartungen hast Du an diesen Tag?
Was erhoffst Du Dir von den nächsten fünf Jahren?
Und - welche Hoffnung hast du für das Ende, wenn Dein Leben zu Ende  geht?

Von F. v. Bodelschwingh stammt der Satz:  Weil wir für die Zukunft zu wenig hoffen trauen wir Gott für die Gegenwart zu wenig zu.

Die Hoffnung ist der Motor, der uns in Bewegung bringt. Bodelschwingh bringt sie mit Gott in Verbindung.
Wir hoffen auf zu wenig, wenn wir an ihm vorbei hoffen und nur das von uns „Machbare“ vor Augen haben.

Gottes Wort, die Bibel, lädt uns ein über den Tod hinaus zu denken und zu schauen. Gott lässt uns über den Horizont des Todes sehen, damit unsere Hoffnung wächst:

Offenbarung 21,1-8:
Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein;  und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.
Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss! Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. Wer überwindet, der wird es alles ererben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein.
Die Feigen aber und Ungläubigen und Frevler und Mörder und Unzüchtigen und Zauberer und Götzendiener und alle Lügner, deren Teil wird in dem Pfuhl sein, der mit Feuer und Schwefel brennt; das ist der zweite Tod.

Von Bodelschwingh ausgehend stelle ich zwei Fragen an den Bibeltext:
1)    Was für eine Zukunft dürfen wir von Gott her erhoffen?
2)    Was dürfen wir von Gott im Hier und Heute erwarten?

Was gibt es für die Zukunft zu hoffen?
In der Offenbarung wird von Katastrophen, Kriegen, wachsender Ungerechtigkeit, Verfolgung um des Glaubens willen… gesprochen. Das kann Ängste auslösen. Doch auf die Menschheit wartet kein Schrecken ohne Ende, sondern Gottes Gericht als das Ende aller Schrecken. Gott kommt mit seiner Welt zum Ziel. Er bürgt dafür mit der Zusage: Siehe ich mache alles neu!    

Die Ewigkeit ist nicht einfach die Verlängerung oder Überarbeitung des Diesseits, sondern ein völlig neuer Ansatz.
Jesus bringt am Ende der Zeit einen neuen Himmel und eine neue Erde. Der erste Himmel und die erste Erde sind dann Vergangenheit. Gott schafft wirklich etwas Neues!

Wer kann das fassen?
Wir denken zwangsläufig in den Kategorien der alten Schöpfung,- in Raum und Zeit. Seit Jahrtausenden verläuft das menschliche Leben in den gleichen Bahnen,  geboren werden, wachsen und blühen, reifen und altern, vergehen.
Wie viel wurde schon „neu“ begonnen. Doch der Mensch ist der Alte geblieben und unsere Welt ist bei allem Guten noch voller Blut und Tränen, Hunger und Zerstörung, Ungerechtigkeit und Rassismus.
Auch durch Evangelisation und christliche Ethik ist diese Welt nicht neu geworden. Sie wird es auch nicht, auch wenn manches anders wird. Auch wir Christen können nicht den neuen Himmel und die neue Erde schaffen.

Aber: Gott wird es tun. Er verbürgt sich dafür:  Siehe ich mache alles neu!
Wirklich neu: Das zeigt die Aufzählung der Dinge, die nicht mehr sind. Als erstes wird das Meer genannt.
Heißt das, kein Urlaub mehr am Meer?
Das ist nicht gemeint. Machen wir uns bewusst. Das Neue ist nicht mit unseren „alten“ Worten zu fassen. Johannes, der uns seine Vision überliefert hat, behilft sich daher mit Bildern.

In der Bibel ist das Meer immer wieder Symbol für das Chaos und die Lebensbedrohung. In der Offenbarung stellt es die Brutstätte des Satanischen und des Aufruhrs gegen Gott da.

Das Meer wird nicht mehr sein, bedeutet: Die Quelle des Bösen versiegt. Die neue Welt Gottes ist frei von allem Dämonischen, ja von allem was den Menschen versklavt.
Wie oft erleben wir uns Hin und Hergerissen zwischen Gut und Böse. Das hat dann ein Ende. Wir oft wollen wir das Gute, aber tun das Schlechte. Auch das hat dann ein Ende.
Gott beseitigt die Wurzel des Bösen. Damit wird alles neu:
Weil die Ursache des Bösen beseitigt wird, fallen auch die Folgen des Bösen weg:
    
„Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen”.

Wie viele Tränen werden heute geweint: Tränen der Trauer, Tränen der Schmerzen, der Wut, der Niederlage und Fassungslosigkeit. Dem macht Gott ein Ende.
Er handelt wie eine Mutter,  die ihr Kind in die Arme nimmt und tröstet. Seine Nähe stiftet eine tiefe Geborgenheit. Der Mensch ist wieder ganz bei Gott, ganz Mensch Gottes. Die Trennung ist überwunden.
Damit gehören auch die Folgen der Sünde, Tod, Leid, Geschrei und Schmerz der Vergangenheit an. Keine Krankheit, kein Tod, keine Familientragödien, kein Leid, keine Angst, kein Schmerz wird mehr sein.
 
Das neue Jerusalem, welches vom Himmel auf die Erde herabkommt,  ist keine Stadt aus Stein. Es ist das Bild für die neue Gemeinschaft der Menschen, die zu Jesus gehören. Ihre Beziehungen sind so von Liebe durchdrungen, so dass ein geschützter Raum entsteht, in dem jeder seine von Gott geschenkte Persönlichkeit entfalten kann.

Das Bild wechselt nahtlos über zum Bild von der Braut. Es stellt uns die innige Liebesgemeinschaft zwischen Jesus und seiner Gemeinde vor Augen.

Wozu dieser Bilderreigen? Damit wir Gottes Ziel mit uns vor Augen haben. Denn: Nur wer das Ziel vor Augen hat, wird es erreichen.
Damit bin ich bei der zweiten Frage:

Was dürfen wir von Gott im Hier und Heute erwarten?

Dass er uns auf dem Weg zum Ziel führt. Damals wie heute stellt sich damit die Frage, ob wir uns von Gott führen lassen, oder von dem was uns vor Augen steht verführen lassen.  
Damals war es der Druck der Verhältnisse. Der römische Kaiser forderte, dass die Bürger ihre Loyalität darin bekundeten, dass sie ihm als Gott, sprich letzte Instanz huldigten. Wer sich weigerte musste nicht nur mit Nachteilen rechnen, sondern mit Verfolgung und Tod. Gott ließ das zu. Die Christen litten unter der Verborgenheit Gottes.
Auch heute ist die öffentliche Meinung von anderen Stimmen besetzt. Die sogenannte Vernunft, Wirtschaftliche Interessen, Macht und Zeitgeist spielen sich zur letzten Instanz auf.

Lässt Du Dich davon verführen oder von Jesus führen?
Worauf gründen sich Deine Entscheidungen. Was gibt den Ausschlag?

Gott stellt uns das Ziel vor Augen, damit wir die Zukunft nicht aufs Spiel setzen, die er für uns bereit hält. Weil wir Menschen nach Leben dürsten sind wir auch versucht unseren Durst an der falschen Stelle stillen zu wollen.
v.8. liest sich wie ein Katalog der Abwege:
- Sich anpassen, mitmachen, um keine Nachteile zu haben.
- Ins Spiel um die Macht einsteigen.
- Die Ellenbogen einsetzen und um des Erfolges willen über Leichen gehen.
- Sich vom Konsum her definieren, sich alle Freiheiten nehmen, auf den Putz hauen, sei es Alkohol, Sex, Party bis zum Abwinken…,
doch so wird nicht der Lebensdurst gestillt. Wir werden nur durstiger, wie diejenigen, die Salzwasser trinken. Salzwasser rettet nicht vor dem Verdursten.
Darum lädt Jesus zu sich ein: Kommt zu mir, die ihr nach dem Leben dürstet. „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst“.

Was dürfen wir von Gott im Hier und Heute erwarten?
Dass er uns schon heute aus dieser Quelle zu trinken gibt.
Wir dürfen schon jetzt Gemeinschaft mit ihm haben. Seine Gemeinschaft tröstet, statt zu vertrösten. Bei ihm erfahren Beistand und wir Gottes Bereitschaft sich auf die Nöte einzulassen.

Was dürfen wir von Gott im Hier und Heute erwarten?
Kraft. Die Herausforderungen im Leben können uns überfordern.  Aber Christus ist da. Der Auferstandene steht uns bei, um uns seine Kraft mitzuteilen.  Durch ihn vermögen wir das Böse mit Gutem zu überwinden.

Er fängt bei dem an, was in uns widerstreitet. Da ist noch viel, was nicht zum Miteinander mit Christus passt. Bei dem einen ist es der Egoismus, beim anderen das Vergleichsdenken oder Lieblosigkeit, Stolz, Gesetzlichkeit...-  Jeder hat seine Schwach-stellen. Doch die Gegenwart von Jesus ist stärker. Wenn wir an ihm dranbleiben, dann wird nicht alles beim Alten bleiben. Versöhnung ist möglich.

Was dürfen wir von Gott im Hier und Heute erwarten?
Gelassenheit – Wir müssen uns nicht länger hetzen lassen von Terminen, Arbeitgebern, den ausgesprochenen und unausgesprochenen Erwartungen, denen wir doch nicht gerecht werden können.
Es ist wie der Ausstieg aus einem Hamsterrad, wenn wir den Impulsen und der Wegweisung von Jesus folgen. Sicher – wir werden dann nicht alle Erwartungen erfüllen, aber in der Gewissheit leben, Gott führt mich zum Ziel.
 
Gott schafft am Ende einen neuen Himmel und neue Erde. Schon jetzt darf in seiner Gemeinschaft leben, die tröstet, Kraft schenkt, das Böse mit Guten zu überwinden und Gelassenheit stiftet.

 
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